Ratten Nachwuchs

Aufgrund ihrer kurzen Lebensdauer können sich Farbratten sehr häufig vermehren.
Sie sind bereits Rattenbabysab der 4. bis 6. Lebenswoche geschlechtsreif und können bis zu 20 Welpen zur Welt bringen. Die Tragezeit beträgt hierbei etwa 3 Woche. Schon kurz nach der Geburt des Ratten Nachwuchses kann die Rattenmutter erneut gedeckt werden.
Es wird also deutlich, dass es bei Ratten schnell zu einer unkontrollierten Vermehrung kommen kann. 

Sowohl bei dem Ratten Nachwuchs, als auch bei der trächtigen Mutter gibt es einiges zu beachten, worüber Du hier mehr erfährst.

 

Ratten Nachwuchs – die Paarung

Bereits ab der 4. bis 6. Lebenswoche sind Ratten geschlechtsreif. Sie sind alle 4 bis 5 Tage paarungsbereit und können innerhalb einer Zeitspanne von etwa 12 Stunden von einem Männchen gedeckt werden. Die Paarungsbereitschaft signalisieren sie den Männchen durch das Ausschütten spezieller Duftstoffe und durch Bewegungen. Durch eine typische „Paarungshaltung“ können auch wir Rattenhalter häufig erkennen, wann diese Zeit gekommen ist. Hierbei strecken sie Kopf sowie Hintern in die Luft und strecken ihren Rücken zum Hohlkreuz durch. Ebenfalls vibriert deren Körper häufig und sie flattern mit den Ohren. Die Nager paaren sich schließlich mehrere Male.

 

Ratten Nachwuchs – vor der Geburt

Wie erkenne ich, dass meine Ratte schwanger ist?

Es ist häufig schwierig zu erkennen, ob eine Ratte wirklich schwanger ist.
Nach einer erfolgreichen Befruchtung wird die Ratte in den nächsten Wochen immer mehr an Gewicht zunehmen und wird einen Birnenförmigen Bauch bekommen. Auch die Zitzen des Weibchens werden mit der Zeit anschwellen. Doch vor allem bei kleinen Würfen sieht man diese Merkmale häufig erst kurz vor der anstehenden Geburt.

In diesem Zeitraum nimmt auch der Nestbautrieb der angehenden Mutter stark zu und sie wird ein Nest bauen, wo sie die Jungen zur Welt bringen wird. Hierfür wählt die Ratte meist einen geschützten Ort, wie ein Häuschen aus. 
Bei einer Schwangerschaft wird sich auch das Essverhalten des trächtigen Weibchens stark verändern – immerhin muss sie nun mehr Futter aufnehmen, da sie nicht mehr nur sich selbst versorgt.
Auch ein aggressives Verhalten einer für gewöhnlich ruhigen Ratte kann ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein.

Was gibt es vor der Geburt zu beachten?

Wenn das Weibchen beginnt, das zukünftige Nest der Jungen zu bauen, sollte sich dieses im besten Fall unten im Gehege befinden, da so keine Sturzgefahr für den Ratten Nachwuchs besteht. Falls dieses  „Bauverhalten“ festgestellt wird, sollte man dem Weibchen zusätzliches Nistmaterial zur Verfügung stellen. Hierfür können Zeitungen, Klopapier und Küchenpapier (unparfümiert, ungebleicht und nicht bedruckt!) angeboten werden.

Im Bezug auf die Ernährung sollte der Rattenmutter mehr Trockenfutter zur Verfügung gestellt werden. Ebenfalls ist eine erhöhte Mineral- und Eiweißaufnahme für sie sehr wichtig. Deshalb sollte ihr sowohl ein abwechslungsreiches Eiweißfutter wie Ei, Insekten oder Naturjoghurt angeboten werden, als auch genügend Frisch- und Grünfutter. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel fetthaltiges Futter angeboten wird, da man so Gefahr läuft, dass die Jungen zu groß werden, wodurch Komplikationen auftauchen können.

Auch im Umgang mit der schwangeren Rättin gibt es einige Dinge zu beachten. Beispielsweise sollte sie niemals am Bauch hochgehoben werden, da so die Babys verletzt werden könnten. 

Um zu verhindern, dass das Weibchen nach der Geburt der Jungen erneut gedeckt wird, ist es wichtig, die Eltern schon vor der Geburt zu trennen. Ebenfalls besteht sonst die Gefahr, dass das Männchen die Neugeborenen angreift. Andere Weibchen dürfen während der Geburt im Gehege bleiben. Die Anwesenheit dieser weist für die werdende Mutter sogar einige Vorteile auf. Vor allem unerfahrene Mütter, brauchen häufig deren Unterstützung bei der Aufzucht und fühlen sich ohne diese Hilfe überfordert. Manchmal kommt es allerdings auch vor, dass die Mutter aggressiv auf deren Rudelmitglieder reagiert. In diesem Fall sollte sie zur Geburt von den anderen getrennt werden. Kurz vor der Geburt sollte der Käfig nicht mehr gesäubert werden! Dies verursacht Stress bei der Mutter und vermindert den Geruch dieser, welcher für den Nachwuchs sehr wichtig ist.
Damit die Mutter mehr Möglichkeiten besitzt sich zurück zu ziehen, ist es empfehlenswert für diese Zeit zusätzliche Rückzugsorte zur Verfügung zu stellen.

 

Ratten Nachwuchs – Ablauf der Geburt

Eine zeitnahe Geburt lässt sich häufig daran erkennen, dass die Mutter vermehrt ihre Zitzen und den Bereich des Bauches ableckt.
Eine Geburt ohne Komplikationen dauert in der Regel etwa eine halbe Stunde. Diese findet meist in der Nacht statt und es ist sehr wichtig die Mutter bei diesem Vorgang nicht zu stören!
Anschließend durchbeißt die Mutter die Nabelschnur jedes Neugeborenen und löst sofort die Eihaut von diesen. Sowohl die Eihaut als auch die Nachgeburt werden von der Ratte gegessen.

Ebenfalls werden die Babys alle trocken geleckt und geputzt. Dies dient nicht nur der Säuberung und Trocknung der Jungen, es ist auch wichtig, um den Blutfluss anzuregen. Ebenfalls speichert sich die Mutter so den Geruch der Babys und es entsteht die erste Bindung zwischen Mutter und Kind. In den ersten Minuten nach der Geburt wird der Ratten Nachwuchs ebenfalls von der Rattenmutter gestillt und gewärmt.

 

Ratten Nachwuchs – mögliche Komplikationen bei der Geburt

Es gibt eine Vielzahl von Komplikationen, die während der Geburt auftreten können. Daher ist es wichtig bereits im Voraus einen passenden Tierarzt zu suchen, der auch in der Nacht geöffnet hat. Wenn die Geburt länger als 1 Stunde dauert, deutet dies auf Komplikationen hin und der Tierarzt sollte schnellstmöglich benachrichtigt werden. Ein Transport der schwangeren Mutter ist im Notfall nötig, doch weist immer zusätzlichen Stress und eine Gefahr auf.

Durch ungenügendes genetisches Hintergrundwissen der zu verpaarenden Ratten kann es zu verschiedenen Erbkrankheiten und allgemeinen früh auftretenden Erkrankungen kommen. Ebenfalls kann es passieren, dass die Babys bereits im Mutterleib sterben oder nach der Geburt nicht lebensfähig sind. Verstorbene Rattenbabys sollten in diesem Fall nach der Geburt aus dem Nest entfernt werden.

Es besteht immer die Möglichkeit, dass Komplikationen während der Geburt auftreten, welche häufig den Tod der Mutter und deren Nachwuchs bedeuten.
Auch ist die Schwangerschaft sowohl für zu junge als auch für zu alte Ratten sehr schädlich. Zu junge Weibchen sind noch nicht vollständig ausgewachsen und befinden sich selbst noch in ihrer Entwicklung. Eine Schwangerschaft wäre für diese eine Überforderung, da sie nicht genug Energie für die Entwicklung ihrer Jungen und sich selbst besitzt.
Doch auch zu alte Rättinnen sollte nicht verpaart werden, da die Jungtiere aufgrund eines verknöcherten Beckens stecken bleiben könnten.

 

Ratte frisst ihren Nachwuchs

Des Öfteren kommt es vor, dass Rattenmütter ihre Babys nach der Geburt töten. Dies kann verschieden Gründe haben:

Häufig fressen sie ihren Nachwuchs, da sie bei der Geburt gestört werden und deshalb gestresst sind. Dieser Stress kann auch entstehen, wenn die Mutter kurz vor der Geburt keinen ruhigen Ort zum Entbinden findet.

Ebenfalls kommt es bei erstmaligen Müttern vor, dass sie sich einfach überfordert fühlen und nicht wissen, wie sie mit dem Nachwuchs umgehen sollen. Sie fühlen sich dieser Aufgabe nicht gewachsen und essen ihre Kinder daraufhin.
Falls die Ratte nach der Geburt merkt, dass der Nachwuchs nicht lebensfähig ist, wird dieser auch umgehend getötet. Dies erkennt die Mutter daran, wenn die Babys nach der Geburt kein leises Quieken von sich geben.

 

Ratten Nachwuchs – nach der Geburt

Auch nach der Geburt der Jungtiere ist die frisch gebackene Rattenmutter auf abwechslungsreiches und energiereiches Futter angewiesen. Sie wird während der Aufzucht viel Energie brauchen und benötigt für die Milchproduktion mehr eiweißhaltiges Futter.
Das Gehege darf frühestens 6 Tage nach der Geburt wieder gereinigt werden. Hierbei sollte das Nest unbedingt bestehen bleiben. Der Abstand der Gitterstäbe sollte bei Nachwuchs nicht größer als 1 bis 1,2 cm betragen. Ebenfalls ist darauf zu achten, dass die Jungtiere keiner Sturzgefahr ausgesetzt werden dürfen. Man sollte darauf achten, dass sie nie tiefer als 20 cm fallen können. Aus diesem Grund ist es sinnvoll ausschließlich Volletagen bei den Kleinen zu verwenden.
Weiterhin ist darauf zu achten, dass sich in der Nähe des Nachwuchses keine tiefen Trinknäpfe befinden, da die Jungtiere in diesen ertrinken könnten.

 

Ratten Nachwuchs – Entwicklung der Jungtiere

Wenn der Ratten Nachwuchs erst einmal auf der Welt ist, entwickeln sich die Babys faszinierend schnell und werden von Tag zu Tag immer größer.

1. Tag
Ratten sind als Nesthocker zu Beginn auf die Fürsorge ihrer Mutter angewiesen und werden 30 Tage lang gesäugt. Sie kommen blind, taub und nackt zur Welt. Dennoch nehmen sie bereits Gerüche und Temperaturen wahr.

2. Tag
Schon am nächsten Tag lassen sich blasse Flecken auf der Haut der Jungtiere erkennen. An diesen lässt sich später die Zeichnung der Kleinen ablesen. Auch die Vibrissen sind innerhalb der ersten 24 h auf etwa 1 mm gewachsen.

3. Tag
Die kleinen rosa Würmchen haben nun schon deutlichere Zeichnungen bekommen und sind innerhalb kurzer Zeit schon viel gewachsen. Sie werden immer agiler und bewegen sich immer mehr. Ebenfalls sind Ohren und Zehen klarer abzugrenzen. 

4. Tag
Am vierten Tag sind die Zeichnungen immer klarer zu erkennen. Auch die Vibrissen sind deutlich länger geworden.

5. & 6. Tag
Ab dem fünften Lebenstag sind die Kleinen in der Lage Geräusche dumpf wahrzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt können die Jungen durch Gespräche an die menschliche Stimme gewöhnt werden. Auch das Fell wächst immer weiter und die Haut fühlt sich nicht mehr ganz so nackt an. Ab dem 5. Tag können die Babys ebenfalls langsam an die menschliche Hand gewöhnt werden.

7. Tag
Am siebten Lebenstag ist das Fell auf etwa 1 mm gewachsen und auch Details der Zehen und Ohren werden immer deutlicher. Schließlich sind auch die letzten Veränderungen der Zeichnungen ersichtlich. Diese können nun von dem Halter bestimmt werden.

8. – 10. Tag
Nach der ersten Woche haben sich die Winzlinge schon ziemlich stark verändert und haben etwa das doppelte ihrer Anfangsgröße erreicht. In den nächsten Tagen werden sie immer aktiver und fangen an zielstrebig umher zu krabbeln. Hier ist es wichtig darauf zu achten, dass keine Sturzgefahr für diese besteht. Das Fell wächst immer mehr und wird dichter, sodass bald keine Haut mehr hindurch scheint. Weiterhin fangen Zähne & Krallen an zu wachsen und die Kleinen entwickeln eine Empfindung für Helligkeit. Aus diesem Grund strecken sie häufig ihren Kopf Richtung Lichtquelle.
Der Ratten Nachwuchs startet seine ersten Putzversuche und auch das Geschlecht kann ab dem 10. Lebenstag bestimmt werden.

11. – 14. Tag
RattenbabyPfoten & Rattenschwanz entwickeln sich immer deutlicher. Auch die Ohren sind deutlich vom Kopf hervor stehend und das Gehör wird immer besser. Ab dem 13. oder 14. Tag öffnen die Jungtiere endlich ihre kleinen Augen und fangen an alles zu beobachten.

20. – 21. Tag
Die Babys sind schon richtig groß geworden, flitzen & klettern wie wild im Käfig und Auslauf herum. Sie fangen auch an, feste Nahrung zu essen und Wasser zu trinken. Dennoch werden sie weiterhin von der Mutter gesäugt. Die Kopfform wird immer spitzer und sie zeigen typisches Verhalten von Ratten (Unterwerfungen, Putzen, etc.)

22. – 28. Tag
Ratten NachwuchsMittlerweile hat sich die Muskulatur der Farbratten weiter ausgebildet und die Kleinen sind gar nicht mehr zu stoppen. Sie können sehr hoch springen und sind zu guten Kletterern geworden. Ebenfalls fressen sie eigenständig und distanzieren sich mit der Zeit immer weiter von ihrer Mutter. 

30. – 32. Tag
Ab der fünften Lebenswoche sind die Kleinen nicht mehr auf ihre Mutter angewiesen und werden immer selbständiger. Die Jungtiere bekommen ihren ersten Fellwechsel und auch die Proportionen des Körpers passen mittlerweile immer besser. Ab dem 32. Tag sollten die Geschlechter getrennt werden, da sie in diesem Alter geschlechtsreif werden und es sonst zu einem erneuten Wurf kommen kann.

Auszug
Ab der 5. bis 6. Woche und mit einem passenden Gewicht können die Jungtiere nun in ihr neues Zuhause umziehen – das natürlich nur in Gruppen  😉 

 

Ratten Nachwuchs – Farbratten züchten

Ratten NachwuchsViele Rattenhalter haben den Wunsch selbst einmal zu züchten und die Entwicklung von niedlichen Rattenbabys mitzuerleben. Doch man braucht sehr viel Wissen und Erfahrung, um Züchter zu werden. Die Verpaarung von zwei Ratten bedeutet nicht, diese einfach gedankenlos zusammen zu setzen. Hinter dem Züchten steckt viel mehr und man benötigt vielseitiges Wissen über die Genetik der Farbratte. Ebenfalls ist es Voraussetzung, Hintergrundwissen über die eigenen Zuchtratten zu besitzen. So wird ein Stammbaum der vorherigen Generationen benötigt. Ohne dieses umfangreiche Wissen kann es zu falschen Kreuzungen und so zur Unterstützung von Qualzuchten oder von Inzest kommen.

Weiterhin ist zu beachten, dass bei der Geburt jederzeit Komplikationen auftreten können. Auch nach der Geburt beansprucht der Ratten Nachwuchs sehr viel Zeit und es gibt weiterhin viel zu berücksichtigen. Die Jungtiere müssen rechtzeitig getrennt werden, um weiteren Nachwuchs zu verhindern. Gegebenenfalls benötigt man hierfür weitere Käfige. Ebenfalls steigern sich die Kosten durch zusätzliches Futter, Tierarztbesuche etc.
Bald schon muss auch ein neues Zuhause für die Kleinen gefunden werden. Hierbei ist es natürlich sehr wichtig sie in artgerechte Hände zu geben, wo die Jungen es gut haben werden.

An dieser Stelle ist natürlich auch zu bedenken, dass es in Tierheimen und Rattenhilfen jetzt schon viel zu viele Ratten gibt, die kein Zuhause haben. Aus dieser Sicht wäre es unverantwortlich weitere Jungtiere in die Welt zu setzen. Wenn ihr unbedingt darauf aus seid, einmal Jungtiere zu besitzen, dann wäre es ratsamer sich von seriösen Züchtern oder aus dem Tierheim junge Ratten zu holen. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um Neugeborene, es ist aber dennoch eine tolle Erfahrung die Entwicklung dieser mitzuerleben.