Ratten Tumore

Ratten (vor allem Weibchen und Ältere) sind leider sehr tumoranfällig. Deshalb sind Tumore – neben Atemwegserkrankungen – die häufigste Krankheit von Ratten.

Was ist ein Tumor überhaupt?

Das Wort „Tumor“ stammt aus dem Lateinischen und heißt soviel wie „Geschwulst“ oder „Schwellung“. Also ist jede Neubildung am Körper, egal ob gut- oder bösartig, ein Tumor. Doch nicht jeder Tumor ist Krebs, nur bösartige Tumore werden als Krebs bezeichnet. Diese können überall am Körper entstehen und fühlen sich hart und fest an. Sie können sich entweder nach außen oder nach innen bilden und wachsen über eine längeren Zeitraum.

Ratte mit Tumoren
Ratte mit zwei Tumoren

Meine Ratte hat einen Tumor, was nun?:

Wenn man bei dem täglichen Gesundheits-Check festgestellt hat, dass die Ratte eine Art Beule am Körper hat, sollte man so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Einen inneren Tumor kann man oft durch Gewichtszunahme der Ratte erkennen, doch häufig ist es an diesem Punkt schon zu spät und es gibt keine Heilung mehr.
Doch nicht jede Beule muss unbedingt ein Tumor sein, es kann auch ein Abszess sein. Diese sind oft schwer von Tumoren zu unterscheiden. Ein paar Unterschiede findet ihr hier: Abszesse.
Doch selbst wenn es ein Tumor ist, heißt das nicht gleich, dass er bösartig ist. Obwohl viele Leute sofort denken, dass ein Tumor bösartig ist, sind die meisten sogar gutartig.

Ratten Tumor – Operation:

Nachdem man beim Tierarzt war und sich herausgestellt hat, dass es sich um eine Tumor handelt, stellt sich nun die Frage: Operieren oder nicht?
Ob der Besitzer die Ratte operieren lassen will oder nicht, ist alleine seine Entscheidung.
Auch bei einem gutartigen Tumor sollte man sich überlegen, ob man die Ratte operieren lassen will, da er der Ratte, ab einer bestimmten Größe, auch zur Last fällt.
Fakt ist:  Je kleiner der Tumor ist, desto leichter und ungefährlicher ist der Eingriff!
Natürlich kostet eine Operation auch Geld. Doch wer sein Tier wirklich liebt weiß, dass Geld keine Rolle spielt!
Die Entscheidung hängt von der Lage des Tumors, der Größe und vom Allgemeinzustand / Alter der Ratte ab. Wenn also eine relativ junge und fitte Ratte einen Tumor hat, empfehle ich, sie auf jeden Fall operieren zu lassen. Bei älteren Nasen (ab ca. 2 Jahren) fällt die Entscheidung meist schwerer. In diesem Fall kann der Rat des Tierarztes weiterhelfen.

Ratten Tumor – Mit Operation:

Eine OP kann das Leben der Ratte verlängern oder auch beenden. Vor allem bei älteren Ratten besteht die Gefahr, dass sie von der Narkose nicht mehr aufwachen. Daher empfehle ich die Inhalationsnarkose zu nutzen, da es bei dieser, soweit ich weiß, noch keine Todesfälle gab. Weiterhin kann es sein, dass der Tumor gestreut hat und sich Metastasen an den Organen befinden. Ob sich Metastasen im Inneren der Ratte gebildet haben, sieht der Tierarzt erst, wenn er die Ratte geöffnet hat. Daher solltet ihr mit dem Tierarzt absprechen, ob er die Ratte in diesem Fall gleich einschläfern soll.
Wenn die OP gut verläuft, hat man das Leben der Ratte verlängert. Leider kommt es häufig vor, dass nach einer gelungenen OP bereits in den nächsten paar Wochen / Monaten schon wieder neue Tumore bilden. Doch selbst, wenn man nur ein paar Monate gewinnt, ist das für das relativ kurze Leben einer Ratte schon eine lange Zeit.

Ratten Tumor – Ohne Operation:

Ohne Operation kann eine Ratte auch noch mehrere schöne Wochen bis Monate haben. Dies ist von Ratte zu Ratte unterschiedlich, da jeder Tumor unterschiedlich schnell wächst. Tumore an sich können nicht schmerzen, da sie von keinen Nervenbahnen durchzogen sind. Jedoch kann ein großer Tumor Schmerzen verursachen, indem er auf Organe, Knochen oder Gelenke Druck ausübt. Zusätzlich müssen Ratten ein schweres Gewicht mit sich herumschleppen, vor allem wenn der Tumor sehr groß ist. Dies schränkt die Ratten auch sehr ein, da sie ab einer bestimmten Tumorgröße nicht mehr klettern können oder sich nicht mehr richtig putzen können.
Ebenso können die Tumore platzen, wenn sie extrem groß sind. Doch dies bedeutet nicht gleich den Tod der Ratte. Wichtig ist, die Wunde sofort zu desinfizieren und darauf zu achten, dass die Ratte sie nicht ableckt, damit keine Entzündung entsteht. Schnellstmöglich sollte man den Tierarzt zur weiteren Behandlung aufsuchen.

Wer sich dazu entscheidet, seine Ratte nicht operieren zu lassen, muss einsehen, wann es Zeit ist, die Ratte einschläfern zu lassen. Sobald die Ratte nichts mehr isst, nicht mehr klettern kann, sich von ihren Artgenossen abwendet und nur noch herum liegt ist der Zeitpunkt gekommen, die Ratte von ihrem Leid zu erlösen.

 

Tumorarten bei Ratten:

Ratten mit Mammatumor (Gesäuge- bzw. Brusttumor):

Der Mammatumor ist die häufigste Tumorart und kann sowohl bei Weibchen als auch Männchen entstehen, da Männchen ebenfalls Milchdrüsen und Zitzen besitzen, die allerdings sehr klein und nicht funktionsfähig sind. Dieser Tumor ist meist gutartig und sitzt im Bauchbereich bei den Zitzen.

Ratten  mit Hauttumor:

Dieser Tumor ist meist gutartig und lässt sich leicht entfernen. Er sitzt in bzw. direkt unter der Haut und kann leicht vom Besitzer ertastet werden. Ab einer bestimmten Größe fällt er auch optisch auf.

 

Ratten mit Knochentumor:

Der Knochentumor ist bösartig, sehr aggressiv und nicht operabel. Er kann an jedem Knochen vorkommen ist aber häufig am Hinterkopf oder an den Hinterbeinen. Der Tumor dringt in das umliegende Gewebe ein, zerstört es und ist sehr schmerzhaft für Ratten.

 

Ratten mit Hirntumor:

Tritt sehr häufig bei Weibchen auf und ist nicht operabel. Wenn der Tumor größer wird kann eine Lähmung oder Desorientierung auftreten. Symptome: Die Ratten drehen sich im Kreis, halten den Kopf schief oder halten die Arme und später auch die Beine steif ausgestreckt. Gegen die auftretenden Symptome gibt es zwar Tabletten, doch diese helfen nicht gegen den Tumor.

Tumor der Bindegewebszellen bei Ratten:

Ist bösartig und wächst sehr schnell. Der Tumor metastasiert sehr stark (meist in die Lunge) und es treten oft schon neue Tumore auf, noch bevor die Fäden der ersten Operation überhaupt gezogen wurden. Um ihn komplett zu entfernen, müsste der Arzt ca. 3 cm rund herumliegendes Gewebe mitentfernen, was durch die Größe der Ratten kaum möglich ist.

 

Ratten mit Lungentumor:

Der Lungentumor ist ein innerer Tumor und ist daher weder sicht- noch fühlbar. Er ensteht häufig durch das Streuen anderer bösartiger Tumore und  ist sehr häufig bei Ratten.

 

Fibrome:

Fibrome sind gutartige Geschwulste von Bindegewebszellen. Sie können überall auftreten, wachsen eher langsam und sind normalerweise klar begrenzt. Solange sie das Tier nicht einschränken müssen sie nicht unbedingt entfernt werden (je nach Ort des Auftretens).