Ratten zähmen

Jetzt ist es soweit: Man hat den Käfig eingerichtet und hat die Nasen nun auch geholt (mehr Infos zum Transport). Nun sitzen die Stinker im Käfig. Doch was jetzt?
Der nächste Schritt: Die Ratten zähmen

Ratten zähmen- was ist wichtig/ was gibt es zu beachten?

  • Das Wichtigste bei der Zähmung von Ratten ist es, Geduld zu haben! Die Zähmung kann unterschiedlich lange dauern – manche Ratten sind schon nach einigen Tagen zutraulich, andere erst nach mehreren Wochen.
    Es braucht eben seine Zeit, um das notwendige Vertrauen aufzubauen.
    Vor allem bei Nasen, die schlechte oder noch keine Erfahrungen mit Menschen als Bezugsperson gemacht haben, kann es schwer werden ihr Vertrauen zu gewinnen.
  • Man sollte keine Leckerlis durch die Gitterstäbe geben, sonst wird der Finger, der durch die Gitterstäbe kommt, leicht mit Futter verwechselt.
  • Bevor man zum Käfig geht sollte man sich immer ankündigen und mit den Ratten reden, dass sie sich nicht erschrecken.

Ratten zähmen – der Käfig:

Weiterhin empfehlen viele Leute, den Käfig anfangs nur mit dem Nötigsten einzurichten. Sprich: ein oder zwei Häuser, Futter- und Wassernapf und noch eine Röhre oder ein Tunnel.
Den Rest kann man später von Zeit zu Zeit in den Käfig dazu tun.

Ich halte davon ehrlich gesagt nichts und habe es so auch noch nie gemacht. Bei mir war von Anfang an die komplette Einrichtung im Käfig.

Der Käfig sollte auch etwas hoch gestellt werden (wenn er nicht schon hoch ist), sodass die Ratten sich immer ungefähr auf der Höhe des Kopfes des Menschen befinden können. Wenn der Käfig am Boden steht und recht niedrig ist, denken die Ratten womöglich, dass der Mensch ein Fressfeind von oben ist und bekommen Angst.

3 Schritte:

Ratten zähmen – Schritt 1:

Anfangs sollte man die Ratten erst einmal in Ruhe lassen. Sie müssen sich zuerst an den Käfig gewöhnen und sich etwas einleben.
Also sollte man nicht in den Käfig fassen und versuchen sie zu streicheln o.ä.
Man kann sich neben den Käfig setzen und mit ihnen reden. So gewöhnen sich sich besser an die Stimme des Menschen. Man kann ihnen zum Beispiel etwas vorlesen oder etwas vorsingen.
Zusätzlich kann man alte Kleidungsstücke (z.B. Socken oder T-Shirts) tragen, zerschneiden und in den Käfig legen. Dadurch können sich die Nasen an den Geruch des Besitzers gewöhnen.

Ratten zähmen – Schritt 2:

Nach einer Weile kann man anfangen seine Hand flach (lädt oft zum Knabbern ein 😉 )oder als Faust in den Käfig zu legen und die Ratten daran schnuppern zu lassen. Dabei sollte man keine ruckartigen Bewegungen machen.

Wenn die Nasen wegrennen und sich verstecken ist es nicht schlimm. Sie sind einfach noch sehr schreckhaft. An diesem Punkt braucht man Geduld.

Es hilft, wenn man ein paar Leckerlis auf die Hand legt oder Magerquark bzw. Nagerpaste auf die Hand schmiert.
Höchstwahrscheinlich werden die Ratten die Hand auch mal anknabbern und etwas zwicken. Sie wollen nur einmal ausprobieren wie es ist. Babys wissen häufig noch nicht, wie fest sie überhaupt beißen können (dies lernen sie erst beim Spielen untereinander). Ihnen ist ebenfalls nicht bewusst, dass es uns weh tut.
In diesem Fall versuchen es auszuhalten. Wenn es sehr weh tut einfach ein kurzes Geräusch wie „Au“ oder „Sch“ von sich geben und die Hand etwas wegziehen.
Die Ratten schrecken dadurch zurück und ihnen wird nach einer Zeit klar, dass sie es nicht dürfen.

Während die Nasen damit beschäftigt sind die Hände abzuschlecken kann man mit einem Finger vorsichtig probieren sie etwas anzufassen und zu streicheln. Anfangs werden sie wahrscheinlich etwas zurückweichen, da sie es noch nicht kennen.

Ratten zähmen – Schritt 3:

Wenn die Ratten problemlos zur Hand kommen, kann man zum nächsten Schritt übergehen und versuchen sie hoch zu heben.
Wichtig ist, dass man sie nicht von oben greifen darf!
Das erinnert sie an einen Fressfeind. Am besten man lässt die Nasen auf die Hand klettern und hebt diese nur ein wenig an und legt sie gleich wieder ab.

Wenn dies gut klappt, kann man versuchen die Ratte zu nehmen.
Einfach die Hände offen (Handfläche oben) links und rechts von der Ratte hinlegen und sie dann zusammenschieben, sodass die Ratte auf die Hände geht und man sie hochheben kann. Sicherheitshalber dann eine Hand leicht über die Ratte halten um zu vermeiden, dass sie runterspringt.

Wenn man die Ratte aus dem Käfig hebt und sie unruhig wird und runter will, sollte man sie wieder zurück in den Käfig setzen.

Ratte ans Herumlaufen gewöhnen:

Ratten sollten erst herumgetragen werden, nachdem sie zahm sind. Sonst springt die Ratte vor lauter Panik runter und rennt weg.

Oft sind Ratten noch sehr unruhig auf dem Arm, wenn man mit ihnen herum läuft. Das ist auch kein Wunder, man entfernt sich von ihrem sicheren Käfig. Sie riechen neue Gerüche, hören neue Geräusche und kennen die Umgebung nicht.

ratte im Pulli

 

Ein guter Trick ist es, sich einen Pulli mit einer Kängurutasche anzuziehen und die Ratte in die Tasche zu setzen. So hat sie einen Unterschlupf und fühlt sich sicherer. Dann läuft man einfach ein wenig mit ihr in dem Raum herum.

Auslauf

Der erste Auslauf sollte zunächst in einem abgegrenzten Stück durchgeführt werden. Die Abgrenzung sollte am besten um den Käfig herum stehen, sodass die Ratten vom Käfig aus hinein können.

Es kann einige Zeit dauern, bis sie sich in den Auslauf trauen. Dort riecht immerhin auch wieder alles anders.

Man sollte sich vor den Käfig setzen, damit die Nasen über den Körper in den Auslauf kommen können. So fällt es ihnen leichter, da sie den Menschen ja bereits kennen.
Es hilft auch, wenn man sie mit Futter oder Leckerlis in den Auslauf lockt.

Wenn sie im Auslauf sind, kann es häufig vorkommen, dass sie Angst bekommen und wieder zurück in den Käfig rennen. Doch nachdem sie mehrmals im Auslauf waren, wird das besser.

Wenn man sich sicher ist, dass die Ratten kommen, wenn man sie ruft oder man sie notfalls mit (z.B. der raschelnden Futterbox) wieder anlocken kann, kann man ihnen auch Auslauf im Zimmer gewähren.
Natürlich muss dafür alles rattensicher gemacht werden. Sprich: Kabel wegräumen, Steckdosen sichern, Schlitze schließen, alles was nicht angeknabbert werden darf in Sicherheit stellen…